Ein ganz normaler Tag. Erst fahre ich mit meinem T3 rüber zu A.T.U. um ein paar Kleinteile zu beschaffen. Auf der Rückfahrt liegt in einer Feldausfahrt ein anderer T3 und eine siebenköpfige Familie steht davor. Wäre das Wetter nun nicht gerade unter stürmig einzustufen, wäre ich ja von einem Wanderausflug ausgegangen. Ich bin also mal rechts ran. Nach kurzem Plausch mit dem Besitzer stellte sich heraus, dass die vordere Bremsscheibe gebrochen war, da sich der Bremssattel festgefressen hatte. Ein weiterer T3 gesellte sich auch gleich noch dazu. Da es zu Wolf ja nur ein Katzensprung war, schleppte ich Christian, so hieß der T3-Fahrer nämlich, gleich mit einem glücklicherweise vorhandenem Schleppseil mit zu Wolf zurück ab. Hier konnte er das Teil rasch auswechseln und seine Fahrt fort setzen. Wolf hat ja immer alles da. Auch nett: Die Großfamilie stammt ursprünglich aus dem Schwabenland und ist wohl erst in diese Ecke umgesiedelt. Ein wenig Heimweh macht sich bei dem unverkennbaren Akzent breit und unsere kleine Gemeinschaft hier ist einen Schrauber reicher. Busgeschichten, die das Leben schreibt. Und da gibt es wirklich noch Leute, die mich fragen, warum ich so eine alte Karre fahre!
Im Anschluss habe ich mich dann noch mal wieder selbst überwunden und einen Termin beim Friseur wahr genommen. Schweren Herzens lies ich mir einen Teil meiner Wolle abnehmen. Auch der Großteil meines Bartes musste mal wieder dran glauben. Bilder gibt es die Tage. Zum einen war es mir einfach wieder zu lang, zum anderen wurde ich inzwischen nicht mehr nur von den freundlichen Helfern in grün ständig nach Drogen gefragt. Ich möchte also ein wenig von dem Bombenlegerklischee weg kommen (!) und da ist ein gepflegter Schnitt einfach ein muss. Hier hat der T3 leider auch einen Negativeffekt, der das Bombenlegerimage noch verstärkt. Aber einen Tod muss man ja bekanntlich sterben und der Bus kommt sicher nicht weg
Schuby. 2.500 Seelen. Der Höhepunkt der Woche ist scheinbar das kollektive Besäufnis der Dorfjugend am Samstag auf dem Schulhof. Aber nur wenn es nicht regnet. Gut, denke ich mir, sehe ich doch einmal im Internet nach.
Erster Halt: Liverollenspielkalender. Prima, gleich um die Ecke ist diesen Monat noch ein Zeltwochenende mit Selbstversorgung für.. hm.. 65 EUR. Und das ist kein Druckfehler!
Nächster Halt Mittelaltermärkte. Prima, am Ende des Monats ist einer in Schleswig. Aber: Kein Eintritt für mittelalterlich gewandete Besucher um das einheitliche Marktambiente der Darsteller nicht zu stören. Und wer geht da noch hin? Spielverderber!
Letzter Halt: Die örtliche Gothic-Szene. Zwar nicht wirklich Mittelalter aber vielleicht hat ja jemand einen heißen Tipp. Schnell im zuständigen Forum für den Landstrich angemeldet um mal zu fragen. Zehn Minuten später die Deaktivierungsmail verschickt: Das Forum hat sich vor einigen Wochen komplett zerstritten und der Gemeinschaftsteil wurde kurzerhand deaktiviert (bzw auf Nur-Lesen gestellt). Morons!
Ich gehe nochmal die Werkstatt ausfegen. Das ist wenigstens sinnvoll und ich verbrauche überschüssige Energie.
Freitag. Einer meiner letzten hier oben. Da war ich heute glatt mal zu faul zum Kochen und fahre zur Feier des Tages zu BigBoy rüber, was ich sonst eigentlich nie mache. Die haben da sagenhafte Cheeseburger für nur 54 SEK mit Pommes und einer Cola. Am Ende sind es dann 600SEK mehr für “Fahren ohne Gurt” (in ner 30er Zone – ich hatte ja Zeit..) geworden. Meine Kamera hatte ich auch nicht dabei. Einziger Trost: Ich wurde in einem T5 vernommen. Am Ende haben wir dann noch ein wenig über VW-Busse allgemein gequatscht
Und auf dem Rückweg habe ich dann noch schnell meine gute Tat für heute vollbracht und nen Tramper ins Nachbarkaff mitgenommen. Der hatte gerade den Linienbus verpasst und der kommt nur alle zwei Stunden – lag ja auf dem Weg.
Fazit: YunkFood ist halt doch ungesund. Mahlzeit.
Am Wochenende war ich in Arvidjaur. Dort habe ich nach Arbeit gesucht und Peter besucht. Unerwarteterweise habe ich sogar einen Job für die Wochenendtage gefunden. Zwar nichts dauerhaftes aber immerhin. Gewohnt habe ich in Peters Wohnwagen in der Zeit. Zufälligerweise hat Peter an dem Wochenende auch noch eine Party geschmissen und ich nicht rechtzeitig aufgehört. Und hier kommt die Wochenendbillanz von Freitag bis Montag:
[x] Hauswand lackieren: gelernt
[x] Nordlichter: geguggt
[x] Holz lasieren: gelernt
[x] Rentieren: ausgewichen
[x] Stahlstangen mit Flex schneiden: gelernt
[x] Seele nach versoffener Nacht: ausgekotzt
[x] Stahlstangen in Form biegen: gelernt
[x] Bus auf 140km/h: getreten
[x] Grube ausheben: gelernt
[x] Schule für Immigranten (SFI) rechtzeitig: gefunden
Möööh:
