Das war dieses Jahr wirklich nicht so einfach. Ich brauche für meinen Bus die inzwischen eher ungewöhnliche Größe 185 R14 C. Der Trick ist das C. Ich habe einige Reifenhändler abgeklappert, nachdem ich feststellen musste, dass meine Schnee+Matsch Reifen vom letzten Jahr einfach fertig sind. Zwar ist noch reichlich Profil vorhanden, doch waren die letzten Tage eine einzige Rutschpartie. Nun gab es dieses Jahr die bekannte Gesetzesänderung und.. ich finde keine Reifen mehr. Kaum Auswahl und ausverkauft. Nun gut, ich habe mich schon daran gewöhnt, dass es jedes Jahr schwerer wird eine Schneeschippe oder Streusalz im Baumarkt zu bekommen. Aber Winterreifen für einen ollen Transporter?
Den Vogel abgeschossen hat bei meiner Suche ATU. Da habe ich mich auf der Webseite bis zur Filiale vor Ort durch geklickt. Dann habe ich brav das Formular mit meiner Anfrage ausgefüllt, weil ich in der Onlinesuche keine Möglichkeit hatte “C” oder “8pr” anzugeben. Zurück kam eine automatisierte E-Mail, dass der E-Mail Dienst um diese Jahreszeit chronisch überlastet sei, und man daher direkt in der Filiale vor Ort anrufen sollte. Häh? Schicken Sie uns bitte keine Mails, sondern halten Sie uns bitte am Telefon von der Arbeit ab, weil wir überlastet sind?
Die selbe Anfrage habe ich dann abends als bequemes Online-FAX an die lokale Reiff-Niederlassung geschickt. Am frühen Morgen rief ich kurz an, um zu wissen ob das Fax richtig angekommen wäre. Die freundliche Dame, die sofort ans Telefon ran ging, hatte sogar schon die Nachbarfilialen abgeklopft und konnte mir dazu gleich Telefonnummer und Standort durchgeben. Eine halbe Stunde später hatte ich meine Winterreifen zu einem akzeptablen Preis. Es geht doch
So, die Arbeiten am Rumpfmotor sind nach knapp 4 Wochen Schrauberei in den Abendstunden nach der Arbeit und an den Wochenenden endlich abgeschlossen. Viel wurde improvisiert, einiges auf gut Glück gemacht doch unterm Strich denke ich kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die Liste an verbauten Neuteilen ist lang. So lang, dass mein Gelbbeutel jetzt noch leise wimmert. Aber gelohnt hat es sich schon. Der sieht wieder richtig fit aus. Als kleiner Bonus gab es gleich noch das ganze Schlauch- und Leitungsgedöns in neu, denn modernen Sprit in 22 Jahre alten Leitungen will man nicht. Wenn alles nach Plan läuft, kommt der Kleine am Samstag rein. Ich bin schon richtig gespannt ob alles funktioniert (und wie lange der dann auch hält).
Wir haben es geschafft! Nach Wirren, Motorproblemen, ungeplanten Übernachtungen und davonfahrenden (Vor-)Fähren (D.d.d.da geht unser Gepäck!!1) sind wir auf Juist aufgeschlagen. Juist ist, wie wir alle wissen, eine autofreie Insel an/in der Nordsee. Auch bekannt als *der* Kurort für den wohlhabenden Mittelstand. Zufälligerweise kennen wir hier eine tolle nette Familie, die uns spontan über die Feiertage eingeladen hat. Die Saison hat noch nicht richtig angefangen und hier wirkt noch alles etwas verschlafen. Geschäfte haben das erste mal seit Monaten wieder offen und überall stellen sich die Anwohner erst noch richtig auf ein neues Jahr voller fetterlohender Touristen ein. Entschleunigt eben. Am Hafen warten Pferdekutschen und Fahrradanhänger auf die Reisenden. Anstelle von Zulassungsschildern ziert hier jede Handkarre ein Schild mit dem Namen der Miet-Residenz. Alle individuell natürlich. Ein Gewusel wie auf einem Wochenendemarkt setzt ein und ein paar Minuten stolpern Radfahrer, Fußvolk, Hunde und Pferde wild durch- und übereinander. Danach kehrt schlagartig wieder Ruhe ein. Auch auf uns wartet ein kleines Komitee mit Karre, was in Anbetracht unserer schweren Reisetruhe auch gut ist.
Wir sind nach der Übergabe unseres FressCare Pakets und dem Einzug in unser ZimmerFerienapartment gleich mal auf unseren alten quietschenden Rädern ohne funktionierender Gangschaltung und Luft in den Reifen einmal durch den Ort und dann zum Strand rüber. Der Wind zerrt kräftig an Ohren und Hut und wir schmecken Salz. Ich liebe diesen frischen Meeresgeruch und kanns kaum abwarten hier morgen gemütlich über den Deich zu flanieren. Sehen und gesehen werden. Das ist hier laut Reiseführer ohnehin das Motto. Nadur pur
Leider musste der Bus drüben auf dem Festland bleiben, wo wir ihn gut versteckt haben. Die Fährenparkplätze sind nämlich ziemlich teuer und ich habe irgendwie ein Problem mit teuren “Achtung – ich bin ein paar Tage nicht hier, brich ruhig mein Auto auf”-Parkplätzen.
Besondere Hilights aus dem Programm, die ich niemandem vorenthalten möchte:
- Kreatives Färben von Merino-/Alpaka-/Baumwolle & Co (Schafe färben!!!1eins)
- Klangschalenmassage (Mit tibetischen Klangschalen1!!1)
- Körpermassage Teil 1 Rückseite (Vorderseite kostet 5 Euro mehr. Warum wohl? .oO( ( . ) ( . ) )
- Kreatives Stricken und Häkeln!1eins