Es blutet das Herz doch es hilft alles nichts. Der alte Bus muss endlich geschlachtet und die Karosse fachgerecht entsorgt werden. Die letzten drei Tage wurde schwer geschwitzt und der alte Bus um viele Teile erleichtert und der neue Bus damit beladen.

Der Motor und das Getriebe sind raus. Das Herzstück ist nach wie vor voll funktionstüchtig – wenn auch überholungsbedürftig. Arbeit für lange Winterabende. Allerdings muss noch ein wenig zerlegt werden, da ich das so nicht transportieren kann. Und schwer ist der ganze Mist!!

Ich rette alles nützliche und brauchbare – darunter den halben Kabelbaum, Teile des Abgassystems und einen hübschen Haufen Kühlwasserrohre, die Volkwagen nicht mehr herstellt. Wie gut, dass ich jetzt einen Dachgepäckträger habe. Schwer beladen geht es wieder nach Hause nach Pitea. Nun muss nur noch die Karosse zum Schrottplatz. Die Pläne dafür sind auch schon geschmiedet.
Nein, das ist kein Versuch einen neuen Baum zu pflanzen und auch nicht die unsachgerechte Entsorgung einer Mülltüte am Straßenrand. Der abgerissene Zweig mit der schwarzen Fahne ist ein Mahnmal für andere Autofahrer. Die 373 ist tückisch – wie ich ja inzwischen aus erster Hand selbst weiß. Ich habe noch Glück im Unglück gehabt. Letzte Woche hat die Straße weitere Opfer gefordert. Ein Fahrer verlor bei überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte frontal mit dem Gegenverkehr zusammen. Die schwarzen Flaggen erstrecken sich über die volle Unfallmeile und sind ein erhobener Zeigefinger für alle Raser sowie Gedenkstätten für die Unfallopfer. Dieser Brauch ist einzigartig für den hohen Norden – hier in Norrbotten Län, Schweden.

Die Jagdsaison ist eröffnet. Nun geht es den Rentieren wieder an den Kragen. Da diese Tiere hier oben eine wahre Pest sind, habe ich wenig Mitleid. Übrigens schmecken die wirklich gut und ich habe die lieber auf dem Teller als wie auf der Windschutzscheibe. Was ich nicht verstehe ist, warum einige Deutsche wohl echt bis zu 15.000 Euro locker machen, um an einer Jagd teilzunehmen – immerhin kann hier jeder einfach los ziehen.
Ulf jagt gerne und viel – ausgerüstet mit einem kleinen Arsenal an Waffen, WalkiTalki und Jagdhund zieht er nun fast täglich los. Nur die Warnweste-/Mütze sollte man nie vergessen. Sein Sohn hat gestern zwei fette Vögel geschossen – die erste Beute seines Lebens. In anderen Kulturen ist er damit wohl zum Mann geworden und die Familie hat einen neuen Jäger. Mahlzeit

Heia Heia Safari!
Zwar eine Mischung aber doch eindeutig Schäferhund war Isa wohl meine nächste Verwandte hier oben. Den Krebs hat der Dok schon vor zwei Jahren festgestellt und ihr schon damals nur noch einen Monat gegeben. Isa hat das zwei weitere Sommer nicht interessiert und war bis zum letzten Tag auf den Beinen. Ob das an der Knochendiät lag? Denn Knochen gab es nie – Feuerholz musste genügen. Keine bettelnden Augen mehr, sobald ich meine Nase aus der Hütte steckte, die darum bitten ein Stück Feuerholz zu schleudern. Und wer rettet nun meine Grillwurstreste vor dem Schimmeltod?