
(Bild: Museum mit Marktplatz in Piteå)
Heute war ich beim Jobcenter. Nachdem gestern schon geschlossen war (früher natürlich) bin ich heute nochmal hin. Dort habe ich erfahren dass sich hier eine Menge um eine persönliche Identifikationsnummer dreht, die man hier für fast alles benötigt. Das ist also eine Art Steuer- bis Sozialversicherungsnummer. Und die bekommt man zum Beispiel im Steuerbüro. Die Nummer setzt sich aus dem Geburtsdatum und (m)einer vierstelligen Zahl dahinter zusammen. Möchte ich hier arbeiten brauche ich diese Nummer. Ich brauche die Nummer ebenfalls um ein Bankkonto zu eröffnen. Dieses kostet erfreulicherweise mal fast garnichts, wie man mir mehrmals versicherte. Ich habe mich da gleich mal Schlau gemacht als ich mein phöses Falschparkerticket bezahlt habe. Also ab zum lokalen Steuerbüro, eine unscheinbare Treppe in den 1. Stock versteckt mitten auf der Haupteinkaufsstrasse “Storgatan”, um mich brav zu registrieren. Dort wurde mir erklärt dass die zuständige Person erst wieder am Freitag anwesend ist. Ich bin mir nicht sicher ob das die Regel ist doch weiß ich zufällig, dass zwischen dem 2. und 5. Mai alle Schweden ihre Steuererklärungen ausfüllen und abgeben müssen. Es könnte also auch einfach nur an einer viel beschäftigten Woche liegen. Termin ist auf jeden Fall im Handy gespeichert und zwei Broschüren zum Thema Steuern und Arbeiten in Schweden (auf Englisch) wollten unbedingt auch noch von mir mitgenommen werden. Jetzt wäre genau die richtige Zeit für ein ausgiebiges Frühstück.

(Bild: Wegweiser in Uppsala)
Piteå besteht aus unterschiedlichen Stadtteilen wie die meisten Städte eben. Dieser Teil hier ist aber besonders. Ich möchte nicht sagen abgehoben.. doch im Privatbesitz einer großen Firma um die sich hier alles dreht. Die Firma heißt PiteBo und ihr gehören hier so ziemlich alle Wohnungen. Um eine Wohnung zu mieten benötigt man hier allerdings nicht nur Geld sondern man muss “hier” auch schon drei Jahre wohnen. So richtig hier in der Stadt. Nun möchte ich natürlich keine drei Jahre unter einer Brücke wohnen bis ich mir dieses “Recht” erwerben kann. Nächster Anlaufpunkt ist das Touristikzentrum. Ich bin zwar nicht wirklich ein Tourist aber dort konnte man mir immerhin die Namen von zwei weiteren Agenturen sowie einen Computerauszug mit Privatvermietungen geben. Dazu gab es gratis eine Stadtkarte die ich auch gekauft hätte. Eine der Agenturen war direkt über dem Infozentrum und so habe ich gleich meinen Namen auf die Liste der Most Wanted gesetzt. Dann bin ich in den Stadtteil Holmen gefahren. Dort gibt es ein Studentenwohnheim. Zwar bin ich kein Student aber man hat sich entschlossen mir trotzdem zu helfen. Ich kann ab dem 8. Mai für 3,5 Wochen in einem der Studentenzimmer wohnen und dort zumindest mal meinen Kram bunkern und schlafen. Bad und Küche sind, wie man das so kennt, zentral und mit den anderen Bewohnern zu teilen. Der Spaß kostet allerdings auch so einiges und zwar satte 1750 SEK für ca. 16qm (Ich bekomme übrigens den Rest erstattet wenn ich wieder früher ausziehen). Am Ende des Monats sieht man dann weiter. Internetanschluss hat “mein Bau” dann leider auch nicht
..ist eine verdammte Kneipe mit Billardtisch. Dafür haben wir ICA (Supermarkt / Aldi-Derivat).

ICA hat jeden Tag von 8 bis 22 Uhr geöffnet.
Auch am Sonntag.
Auch an Feiertagen.
Bei Sturm oder Schnee.
Nur an Weihnachten wird mal etwas früher geschlossen.
Kein Wunder also dass sich die halbe Stadt hier zum Kaffee trifft. Oder?